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Meilenstein der Kirche in Österreich: Sonderausstellung mit Goldenen Platten

Das Stadtmuseum St. Pölten zeigt eine beeindruckende Schau zur Kirchengeschichte

Ausstellungsbesucher am Eröffnungsabend in St. Pölten.
Ausstellungsbesucher am Eröffnungsabend in St. Pölten. - Foto: Emmanuel Enenkel

Das Stadtmuseum St. Pölten zeigt zwischen 24. Jänner und 8. März 2018 eine Ausstellung, die auf 500 Quadratmetern die Geschichte der Kirche weltweit und ebenso im regionalen Raum zum Thema hat. Anlass einer solchen, in Österreich erstmaligen Sonderausstellung ist das Jubiläum “60 Jahre Mormonen in St. Pölten”.

Die Idee zur außergewöhnlichen Ausstellung kam von Frau Mag. Martina Eigelsreiter, der Leiterin des städtischen Diversitätsteams. Unter der Organisation dieses Teams finden in St. Pölten seit 2015 regelmäßige interreligiöse Treffen und Aktivitäten statt.

Die Goldenen Platten
Die Schrift und die (zumindest) echt vergoldeten Platten sind den Beschreibungen und Skizzen des Propheten Joseph Smith nachempfunden. - Foto: Alexander Pikal

Bei der Eröffnungsveranstaltung sprachen Max Nemec, Vizepräsident des österreichischen Kirchenvorstands, und Wolfgang Scholle, regionaler Öffentlichkeitsbeauftragter sowie Mitglied der St. Pöltner Interreligiösen Plattform und Hauptverantwortlicher für die Ausstellung. Als dritter Sprecher fungierte Heinz Hauptmann, Gemeinderat der Stadt St. Pölten. Er schloss mit einem Zitat aus den Glaubensartikeln, auf die er in der Ausstellung gestoßen war: „Wir glauben, dass es recht ist, ehrlich, treu, keusch, gütig und tugendhaft zu sein und allen Menschen Gutes zu tun“. Gemeinderat Hauptmann wies darauf hin, dass, wenn alle Menschen diesem Leitgedanken folgen würden, die Welt eine deutlich bessere wäre.

Parallel zur Sonderausstellung werden auch Arbeiten von Heinrich Lersch, einem Mitglied der Kirche, gezeigt, der seit 1985 als Bildhauer und Bühnenplastiker in Wien tätig ist. Seine ausgestellten Bilder basieren alle auf Gedanken, die ihn während des Studiums der Heiligen Schriften bewegt haben.

Im Rahmen der sechswöchigen Schau werden auch zwei öffentliche Vorträge über Familienforschung angeboten.


“So weit wir wissen, gab es noch nie eine Ausstellung über die Kirche in einem städtischen oder staatlichen Museum, die die Kirche organisiert hat.” (René Krywult)


Für den Aufbau und die Gestaltung der Schautafeln und Vitrinen zeichnete neben dem Hauptverantwortlichen Wolfgang Scholle vor allem der Öffentlichkeitsbeauftragte des Pfahles Wien René Krywult verantwortlich. Unterstützt wurde er von Bruder Ralf Grünke vom Europäischen Büro für Öffentlichkeitsarbeit in Frankfurt. Im Vorfeld gelang es unter anderem, eine beeindruckend echt wirkende Nachbildung der Goldenen Platten aus Salt Lake City zu erwerben - jenen Platten, von denen Joseph Smith das Buch Mormon übersetzt hatte. Auf diese Weise ließ sich in der Ausstellung die Geschichte der Kirche durch Anschauungsmaterial und eine Vielzahl an Fotos untermalen.

“Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Ausstellung ansehen und sich mit dem Material vertraut machen”, rät Bruder Krywult, der unter anderem die Texte für die Schautafeln zusammengestellt hat. “So weit wir wissen, gab es noch nie eine Ausstellung über die Kirche in einem städtischen oder staatlichen Museum, die die Kirche organisiert hat.”

Beeindruckend an der Ausstellung sind vor allem auch menschliche Schicksale und die Tatsache, dass die Kirche vor nicht allzu langer Zeit eine verbotene und vom Staat bedrohte Religion war.

Die Qualität und Hochwertigkeit der Ausstellung, die bereits in der ersten Woche 436 Menschen besuchten, wurde bereits von mehreren Besuchern bestätigt, darunter vom Stadthistoriker Mag. Thomas Lösch. Entsprechend rege war auch das Interesse der lokalen Medien.

 

Max Nemec, Martina Eigelsreiter, Signe Lassl, Heinz Hauptmann, Wolfgang Scholle, René Krywult.
Max Nemec, Martina Eigelsreiter, Signe Lassl, Heinz Hauptmann, Wolfgang Scholle, René Krywult. - Foto: © Salam Al Mujmeeb