Ein Patriarch der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage blickt zurück

    500 gespendete Segen — jeder ein geistiges Erlebnis

    Nach 25 Jahren wurde der Patriarch des Pfahles Wien-Österreich, Bruder Leo Soucek dienstfrei gestellt, um ihm die notwendige Ruhe zu ermöglichen

    Bruder und Schwester Soucek vom Pfahl Wien-Österreich Balazs Kiss
    Schwester und Bruder Soucek sind Eltern von vier Söhnen und einer Tochter.

    von Leo M. Soucek, Pfahl Wien-Österreich

    Bei der Frühjahrskonferenz 1994 wurde die Pfahlpräsidentschaft von Ernst Husz entlassen - ich war ein Teil davon. Zur dieser Zeit ging ich auch beruflich in Pension. Da ich immer sehr viele Berufungen in der Kirche hatte, waren meine Frau Erika und ich verwundert, dass mir auf einmal keine neue Berufung übertragen wurde. Ich fragte mich, warum das so sei und was der Herr jetzt von mir möchte?

    Mir war natürlich bewusst, was in meinem persönlichen Patriarchalischen Segen stand: 'Dir ist die Kraft und Vollmacht gegeben, ein Patriarch zu werden in Deinem Geschlecht'. So sagte meine Frau Erika zu mir: 'Du wirst Patriarch!” Sie wusste, dass ich diese Berufung bekommen würde.

    Im Laufe des Sommers hatten wir, meine Frau Erika und ich, eine Unterredung mit dem neuen Pfahlpräsidenten Ronald Oberhuber, in der er mich fragte, ob ich bereit sei, als Patriarch für den Pfahl Wien zu dienen. Für mich war diese Berufung fast ein Schock! Was war los mit mir? Ich fühlte mich nicht würdig für diese Aufgabe und sie stimmte mich sehr demütig.

    Bei der Herbstpfahlkonferenz am 18. September 1994 wurde ich dann als Patriarch für den Pfahl Wien vorgeschlagen und anschließend ordiniert. Der bisherige Patriarch Rupert Fuchshofer blieb in seiner Berufung, war jedoch fortan für den neu gegründeten Distrikt Salzburg zuständig.

    Seither sind viele Mitglieder aus unserem Pfahl, aus Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik um ihren Segen nach Wien gekommen. Unser Esszimmer wurde für die persönlichen Gespräche und Segen adaptiert, um eine Art Privatsphäre zu schaffen.


    Ich bin dankbar, daß ich diese schöne Berufung 25 Jahre lang sozusagen als Sprachrohr des Vaters im Himmel ausüben konnte


    Ich bemühte mich durch Fasten und Beten immer darum, jeden Segen so zu geben, dass der Geist des Herrn mit mir war. Ich konnte dies spüren, wenn ich die Hände auf den Kopf der Mitglieder legte, die einen Segen bekamen. Jeder dieser Segen war ein besonderes geistiges Erlebnis.

    Erika, meine Frau, war immer „Host“ für die vielen Gäste und hat alles getan, damit sie sich wohl fühlten. Zum Beispiel Kinderbetreuung, was für sie als erfahrene Mutter von fünf Kindern laut eigener Aussage kein Problem darstellte. Eva Stättner und Cornelia Fürst haben alle Segen getippt und bei Bedarf auch ins Englische übersetzt, wofür ich ihnen an dieser Stelle herzlich danken möchte.

    In den zurückliegenden 25 Jahren habe ich fast 500 Segen spenden dürfen. Es hat dabei viele geistige Höhepunkte gegeben, vieles war kräfteraubend, aber der Herr schenkte mir die nötige Kraft, nachdem ich immer darum gebetet hatte und selbst vor dem Auflegen der Hände nochmals den Herrn anrief.

    Auch die Unterredungen mit den vier aufeinanderfolgenden Pfahlpräsidenten waren jedesmal ein besonderes Erlebnis. Man konnte die Liebe des Vaters im Himmel, den großen Segen und die Freude spüren, die der Dienst in der Kirche mit sich bringt.

    Apostel Elder L. Tom Perry war in Wien und hatte mit mir eine Besprechung, genauso wie Elder Marlin K. Jensen von der ehemaligen Gebietspräsidentschaft.

    Ich bin unserem Vater im Himmel von ganzem Herzen dankbar für die Inspirationen und das Vertrauen der berufenen Brüder, des Herrn Jesus Christus und des Heiligen Geistes, ohne dessen Hilfe ich diese Aufgabe nicht bewältigen hätte können. Ich bin dankbar, daß ich diese schöne Berufung 25 Jahre lang sozusagen als Sprachrohr des Vaters im Himmel ausüben konnte.