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Botschaft von der Gebietsführerschaft

Das Gesetz des Zehnten und unsere zeitliche Eigenständigkeit

Ein junger Mann füllt einen Zehtenzettel aus.

Angesichts der Schwierigkeiten in der heutigen Welt wird das Streben nach Eigenständigkeit häufig als entmutigend empfunden. Aus dem Blickwinkel des Glaubens betrachtet ist es jedoch ein Ziel, das sich meistern lässt. In Handbuch 2, Die Kirche führen und verwalten, wird Eigenständigkeit als „die Fähigkeit, die Entschlossenheit und das Bemühen, sich selbst und seine Familie in geistiger und zeitlicher Hinsicht mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen“1 definiert.

 

Die heiligen Schriften sind eine Fundgrube an Beispielen, wie Gottes Kinder Eigenständigkeit erlangen können. Denken Sie nur an die Odyssee von Lehis Gruppe in der Wildnis. Lehi ließ all seine Reichtümer zurück, um dem Willen des Herrn zu folgen. Gewiss wurden die Entbehrungen in der Wildnis durch Gottes Führung in Form von Visionen, Engeln, die erschienen, und der Orientierung, die der Liahona bot, erträglicher. Dennoch war die Wildnis ein grässlicher Ort und der Weg dieser Menschen mit Prüfungen gepflastert. 

 

Nephi macht sich einen Bogen aus Holz und geht auf die Jagd.
Der Prophet Nephi macht sich einen Bogen aus Holz und geht auf die Jagd.

Eine besonders leidvolle Begebenheit ist im Buch Mormon verzeichnet, als Nephi versehentlich seinen Bogen aus Stahl zerbricht und ohne Nahrung zu Lehis Lager zurückkehrt. Vor solch ernsthafte Widrigkeiten gestellt, beginnen alle in Lehis Gruppe, einschließlich Lehi selbst, gegen den Herrn zu murren. Ohne einen verlässlichen Bogen konnten sie selbstverständlich keine Nahrung beschaffen und mussten zugrunde gehen. Nephi jedoch erhebt sich über die Versuchung, zu murren, und setzt sein Vertrauen in den Herrn. Zum Zeichen seines Vertrauens fertigt er aus den spärlich vorhandenen Mitteln einen hölzernen Bogen und einen Pfeil an und bittet seinen nunmehr umkehrbereiten Vater, den Herrn als Prophet zu fragen, wo er Nahrung finden kann. Die Offenbarung erfolgt durch den Liahona, und Nephi erlangt reichlich Nahrung.2


Es ist ein besonders wichtiges Zeichen unseres Vertrauens in den Herrn, das Gesetz des Zehnten zu leben.


Nephi wandte die Grundsätze der Eigenständigkeit erfolgreich an. Wir können wir es ihm heutzutage gleichtun? Was können wir dem Herrn als unser eigenes Zeichen dafür geben, dass wir ihm so vertrauen wie Nephi? Von einem zeitlichen Blickwinkel aus betrachtet können wir unseren hölzernen Bogen und unseren Pfeil anfertigen, indem wir eine Ausbildung beginnen oder uns selbständig machen. Wenn wir die Broschüre Mein Weg zur Eigenständigkeit durcharbeiten und in der Kirche einer Gesprächsgruppe zur Eigenständigkeitsförderung beitreten, können wir unser zeitliches Streben in eine breitere, geistige Perspektive einfließen lassen. Wir erhalten mehr Licht in zeitlichen Fragen, wenn wir sie aus dem Blickwinkel des Glaubens betrachten. 

Zehntengeld, das in einem Rexglas aufbewahrt wurde.
Zehntengeld, das in einem Rexglas zaufbewahrt wurde.

In diesem geistigen Zusammenhang ist ein besonders wichtiges Zeichen unseres Vertrauens in den Herrn, das Gesetz des Zehnten zu leben, während wir unsere Aufgabe als Versorger so gut wie möglich erfüllen. Den meisten Mitgliedern der Kirche ist bewusst, dass Gott denen, die das Gesetz des Zehnten befolgen, eine Fülle an zeitlichen Segnungen verheißt, wie der Prophet Maleachi offenbart hat: „Stellt mich auf die Probe damit, … und wartet, ob ich euch dann nicht die Schleusen des Himmels öffne.“3 In einer neuzeitlichen Offenbarung richtet der Herr den Zehnten ein, weil er notwendig ist, das Land Zion zu heiligen, und schließlich unabdingbar dafür, dass Zion selbst aufgebaut werden kann: „Wenn mein Volk dieses Gesetz nicht befolgt, … siehe, wahrlich, ich sage euch: Dann wird es für euch kein Land Zion sein.“4 Zion ist der heilige Ort, wo sich diejenigen, die im Herzen rein sind, versammeln und ein rechtschaffenes Leben führen.5 Zion „kann nicht anders aufgebaut werden als nur nach den Grundsätzen des Gesetzes des celestialen Reiches“6 und ist ein Ort des Schutzes und der Zuflucht.7

 

Wenn wir über diese Offenbarungen nachsinnen, können wir uns also fragen: Möchte ich etwas zum Aufbau Zions beitragen? Kann es für den Herrn ein Zeichen sein, dass ich ihm vertraue, wenn ich das Gesetz des Zehnten lebe? Verstehe ich, dass es ein celestiales Gesetz ist, das gemeinsam mit anderen dazu beiträgt, dass ich mir ein Anrecht auf die Freude ewigen Lebens erwerbe?

 

Meiner Familie und mir hat es zahllose Segnungen gebracht, das Gesetz des Zehnten zu leben. Ich bete darum, dass bei unserem Streben nach zeitlicher – und letztlich geistiger – Eigenständigkeit für uns alle als Heilige des Herrn der Zehnte zu einer tragenden Säule wird.

 

Anmerkungen

  1. Handbuch 2: Die Kirche führen und verwalten, 6.1.1

  2. 1 Nephi 16:18-32

  3. Maleachi 3:10-12

  4. LuB 119:5,6

  5. LuB 101:16-22

  6. LuB 105:5

  7. LuB 115:6