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Ein Austausch über alle fünf Sinne

Ein Austausch über alle fünf Sinne

Innsbruck (RHS): Die Kirche Jesu Christ der Heiligen der Letzten Tage war am 23. Mai 2014 zum dritten Mal dabei, als die Stadt Innsbruck im Rahmen der traditionellen „Langen Nacht der Kirchen“ auch eine „Lange Nacht der Religionen“ beging. Die evangelische Auferstehungskirche in Innsbruck empfing Vertreter und Vertreterinnen aus sieben Religionsgemeinschaften in ihrem Gemeindehaus, die sich an diesem Abend über die fünf Sinne des menschlichen Körpers im jeweiligen religiösen Kontext austauschten. Schon vor knapp drei Jahren hatten sich die Innsbrucker Römisch Katholische Kirche, die Evangelische Kirche (A.B. und H.B.), die Israelitische Kultusgemeinde, die Islamische Glaubensgemeinschaft, die Buddhistische Religionsgesellschaft, die Neuapostolische Kirche und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in einer multireligiösen Plattform zusammengeschlossen. Als Zeichen der gegenseitigen Achtung und Wertschätzung treten sie seitdem immer wieder gemeinsam in der Öffentlichkeit auf.

In dieser im wahrsten Sinn des Wortes besinnlichen „Nacht der Religionen“ war die Wertschätzung unter den Vertreterinnen und Vertretern der sieben Religionen deutlich spürbar. Die einzelnen Themen „Hören“, „Sehen“, „Tasten“, „Schmecken“, „Riechen“ wurden jeweils von zwei Religionen gemeinsam gestaltet. Am Ende jeder dieser Einheiten beteten die Vertreter aller sieben Religionen in ihrer eigenen Tradition. Die restliche Zeit bis zum nächsten Themenpunkt war mit regen Diskussionen aller Anwesenden ausgefüllt. Das Thema „Hören“ umfasste das achtsame Hören im Buddhistischen Glauben und dessen jüdische Interpretation mit Auszügen aus der Buber-Bibel. Zum Thema „Sehen“ gab es neben Lesungen und Auslegungen aus dem Koran Informations- und Seh-Stationen aller anwesenden Religionen. Die Neuapostolische Kirche legte in Bezug auf das „Tasten“ einen besonderen Schwerpunkt auf das Berühren des Saumes des Gewandes Jesu. Ein echtes Gefühlserlebnis für alle Anwesenden war der römisch-katholische Friedensgruß, der evangelische Gebetskreis um den Altar der Kirche und das Beten „Schulter an Schulter“ im islamischen Ritus.

Die vierte Stunde war dem „Schmecken“ gewidmet. Durch das meditative „Brotessen“, einer Verinnerlichung im Buddhistischen Glauben, war der Weg für den Beitrag der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage geebnet. In diesem wurde die Bedeutung des Manna im Alten Testament in Bezug auf Jesus Christus als das Brot des Lebens erläutert. Auch die Bedeutung des Baumes des Lebens, wie sie im Buch Mormon steht, wurde erörtert. In der letzten Einheit wurde die religiöse Welt des „Riechens“ durch das Abbrennen buddhistischer Räucherstäbchen und des katholischen Weihrauchs veranschaulicht. Den Abschluss an diesem Freitagabend bildete die Eröffnung des Sabbats durch das Segnen und Verköstigen von Brot und Wein durch den Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde.

Den musikalischen Rahmen während der interreligiösen Veranstaltung schuf der Tiroler Künstler Gernot Reichholf. Die Klänge seiner Hang Drum, der Klangschalen, Gongs und anderer Klangkörper faszinierten das aufmerksam lauschende Publikum. Das evangelische Veranstaltungskomitee verwöhnte die Gäste mit einem köstlichen Buffet.