Ein segensreiches Fundament von Glauben und Hoffnung

    Als ich mich als Jugendlicher in einer außergewöhnlichen Situation im Gebet an meinen Vater im Himmel wandte, wurde mir die Liebe, Größe und Herrlichkeit Gottes offenbart.

    Markus Gappmaier, Erster Ratgeber in der Missionspräsidentschaft der Alpenländischen Mission Intellectual Reserve
    Markus Gappmaier bei einer Ansprache im Gemeindehaus Linz

    Markus Gappmaier, Erster Ratgeber in der Missionspräsidentschaft der Alpenländischen Mission

    Eine besonders intensive Verbindung mit Gott und dem damit verbundenen reichen Segen durfte ich das erste Mal bewusst erleben, als ich mich als Jugendlicher in einer außergewöhnlichen Situation im Gebet an meinen Vater im Himmel wandte. Im Herbst 1977, im Zuge eines meist unbedenklichen, aber doch schwächenden chirurgischen Eingriffs mit mehreren Tagen Spitalsaufenthalt versäumte ich nicht nur wichtige Schulstunden in Mathematik, sondern auch eine entscheidende schriftliche Mathematikprüfung. Gerade erst hatten sich meine Leistungen in diesem wichtigen Fach deutlich gebessert; und so bemühte ich mich um Erfolgsstabilisierung in diesem Bereich. Doch krankheitsbedingt war mein Körper entkräftet und meine Konzentrationsfähigkeit stark eingeschränkt.

    Auch am Tag, an dem ich die Mathematikprüfung nachholen sollte, mangelte es mir an Kraft. Da halfen auch die gutgemeinten Erklärungen meiner Klassenkameraden in der Freistunde zu Beginn des Schultags nicht viel. Ich wurde von Minute zu Minute und Erklärung zu Erklärung nur verwirrter, bis ich zuletzt gar nichts mehr zu verstehen meinte.

    Zu Beginn der zweiten Schulstunde führte mich mein Mathematiklehrer, geschwächt wie ich war, in das „Physikkammerl“ unserer Schule. In diesem Lehrmittelraum für das Unterrichtsfach Physik, in dem an einem Fenster auch ein Schreibtisch stand, wurde ich nach Übergabe von vier mathematischen Problemstellungen eingeschlossen, um sie dort in den nächsten 50 Minuten in Ruhe zu lösen.

    Womit sollte ich nun, in meinem angeschlagenen Zustand, meine Bemühungen beginnen? Nach dem mich total überfordernden Überfliegen der vier Aufgaben dachte ich nicht lange nach.

    Ich nutzte, ohne lange nachzudenken, die spezielle Möglichkeit des sicheren Alleinseins für ein Gebet zu meinem Vater im Himmel. Ich flehte zu dem, den ich schon davor in meinem Leben als göttlichen Gesprächspartner und Helfer kennenlernen durfte. Ich weiß nicht mehr, ob ich an diesem Morgen, als knapp über 16 Jahre alter Jugendlicher an einem Schulstuhl kniend, laut oder leise betete, aber ich bin sicher, dass mein großes Anliegen aus tiefstem Herzen vorgebracht wurde.


    Seither weiß ich, dass sich unser liebender Gott allzeit und in jeder Situation unserer Lebensumstände bewusst ist und mit großem Interesse auf uns schaut!


    Was daraufhin geschah, hat ein unauslöschliches Gefühl der Verbundenheit mit meinem Vater im Himmel und meinem Heiland und Erlöser hinterlassen. Bisher nie erlebte Klarheit, Frieden und innere Kraft erfüllten mein ganzes Wesen vom Scheitel bis zur Sohle; und als ich mich von meinen Knien erhob, brach die Sonne mit ihren hellen, warmen Strahlen durch die Wolkendecke und tauchte meinen Schreibtisch in gleißendes Licht. So als würde mir mein Vater im Himmel auch auf diese klar sichtbare Weise zeigen wollen, dass er mit seinem Licht und seiner Kraft bei mir sein wollte. Der Heilige Geist schien mein ganzes Wesen auszufüllen. Dieses göttliche Licht erleuchtete auch meinen Verstand, so dass ich drei der vier Aufgaben binnen 15 Minuten ohne jegliche Unsicherheit ganz korrekt lösen konnte (genau so, als ob ich die Lösung abschreiben würde).

    Dann verließ mich dieser spezielle Einfluss wieder. Und in dieser erneuten Schwäche reichten die verbleibenden mehr als 30 Minuten nicht aus, um auch nur irgendwie mit der Lösung der vierten Aufgabe voran zu kommen. Es war eine göttliche Demonstration des Unterschieds zwischen Gottes und meiner Weisheit, zwischen seiner Kraft und meiner Kraft (siehe Ether 12: 27, Jesaja 55: 8, 9).

    Dieses Zeugnis von der vollkommen guten Realität Gottes in unserem Leben ist seither in mein ganzes Wesen 'gebrannt', als segensreiches Fundament von Glauben und Hoffnung. Dafür bin ich meinem Vater im Himmel zutiefst dankbar. Seither weiß ich, dass der in der Heiligen Schrift beschriebene Gott Realität und mein liebevoller Vater ist und dass mein im Namen Christi vorgebrachtes Gebet seinen göttlichen Thron erreicht. Ja, dass sich unser liebender Gott allzeit und in jeder Situation unserer Lebensumstände bewusst ist und er mit großem Interesse auf uns schaut! Er kennt unsere Lebenssituation, unsere Anliegen sind ihm sehr wichtig und in seiner Liebe für uns kann und will er sich in unser Leben einbringen und tut dies auch verlässlich, wann immer dies zu unserem Segen (nötig) ist.

    Glasklar wurde mir an diesem Tag die Liebe, Größe und Herrlichkeit Gottes offenbart; unmissverständlich wurde mir an diesem unbedeutenden Ort vor Augen geführt, dass Gott mein aufmerksamer liebevoller Vater ist und gemäß meinem Bedürfnis gibt und nimmt, und dass alles in meinem Leben wundervolle himmlische Gabe ist. Seither weiß ich: Ewiges Leben in Gottes Gegenwart wird grösste Freude für die Seele sein!