Panorama

    Gesegnet durch die Schwesternschaft

    Salzburger Schwestern trafen sich unter dem Motto: “Einander aufrichten und fest zusammenstehen”

    Erinnerungsfoto vom Salzburger Schwesterntag 2019 Conny Ibbetson
    Erinnerungsfoto vom Salzburger Schwesterntag 2019

    von Ingrid Ausobsky, Gemeinde Haag am Hausruck

    Immer im Mai feiern die Schwestern der Kirche den ‘Geburtstag’ der Frauenhilfsvereinigung (Relieve Society), einer der ältesten Frauenvereine der Welt, mit einer besonderen Tagung. Der Pfahl Salzburg lud zu diesem Anlass am 25. Mai 2019 zum ‘Pfahlschwesterntag’ nach Neumarkt am Wallersee, wo Teilnehmerinnen zwischen 18 und 95 Jahren von ihrer Präsidentin Sonja Vallon und deren Ratgeberinnen willkommen geheißen wurden. Jede Schwester und Freundin fand in dem großen Angebot an geistigen und praktischen Klassen ihren Platz.

    Zur Begrüßung sagte Eva Roth: „Wir sind als Schwestern gerne zusammen und freuen uns aufeinander, denn wir brauchen Hilfe, die über das Geistige hinauswächst, Umarmungen und gute Werke. Wir sind darum gesegnet durch die Schwesternschaft.“

    In der geistigen Zeugnisversammlung, die darauf folgte, wurden die Anwesenden durch Gedanken, aus verschiedensten Leben gegriffen, wachgerüttelt, aufgebaut, erinnert und zu Tränen gerührt. Das Motto lautete: “Einander aufrichten und fest zusammenstehen”.

    Hier sind einige Worte daraus: “Das Zusammenhalten entsteht durch eine gute Kommunikation, das Teilen von Freud und Leid.“ (Judith Zickbauer)

    “In einer schweren Zeit halfen mir Schwestern durch ihre Liebe und Freundschaft wieder Mut zu bekommen. Diese Freundschaft besteht heute noch, wird erneuert, vertieft durch Anrufe und Besuche. Ich fühle mich von Liebe umgeben, bin dankbar für jedes Zuhören, Zeit, ein Mittagessen, Einkaufen, Kinderbetreuung. Ich fühle mich nicht allein.” (Leonore Roth)

    “Nur wenn wir mit uns selbst im Reinen sind, können wir mit anderen Menschen zurechtkommen. Das bedeutet zu allererst zuhause miteinander arbeiten und in Frieden leben. Dann können wir uns besser um andere kümmern. Achten wir auf diejenigen, die sich in der Kirche nicht mehr wohlfühlen. Der Herr ist unser Richter, nicht wir. Wenn Eltern sich trennen, brauchen Kinder besondere Zuwendung und Aufmerksamkeit.” (Sölve Hachenberger)

    “Trotz Krankheit, Schwäche, Schmerz, gab mit der Herr Kraft auszuharren. Heilung erhielt ich durch den Erretter, Glaube und Hoffnung führen mich zurück, Gott hat mich nicht fallen lassen. Meine Familie verstand und betreute mich. Schwere Zeiten sind nicht von Dauer.” (Iris Lehmann)


    'Jesus Christus hatte (und hat) eine besondere Beziehung zu den Frauen.'


    “Integration bedeutet Erneuerung, Wiederherstellung, sich auf ein höheres Niveau begeben. Aber dieses Hinaufbegeben müssen wir nicht alleine bewältigen. Wir brauchen eine helfende Hand zur rechten Zeit, eine Aufforderung die sagt: ‘Steh auf!’ Es liegt an uns sie zu ergreifen.” (Samira Mauch)

    “Wir können nicht ohne den Heiligen Geist geistig überleben. Bitten wir um die Gabe der Liebe, passen wir auf, dass wir nicht hartherzig werden. Fragen wir den Herrn, wo wir helfen sollen, geben wir Rat, wenn er erwünscht ist und behandeln wir Anvertrautes vertraulich.” (Magdalena Pramstaller)

    Bruder Vallon richtete ebenfalls eine kurze Botschaft an die Frauen, er sagte: “Jesus Christus hatte (und hat) eine besondere Beziehung zu den Frauen. Viele Frauen begleiteten ihn, baten um Hilfe. Er konnte helfen, weil sie glaubten. Christus zeigte keine Verfehlungen auf. Er gibt uns auch heute Kraft, Mut und Trost. Christus gibt uns nie auf. Das Evangelium hilft uns an uns selbst zu glauben und zu sagen: ’Du bist gut genug’.“

    Eine musikalische Einlage der Schwestern Hachenberger und Ausobsky half mit, die geistigen Botschaften aufzunehmen.

    Während sich die Teilnehmerinnen an einem abwechslungsreichen Büfett stärkten, konnte(n) Freundschaften erneuert, Erinnerungen ausgetauscht, miteinander gelacht, einander umarmt und einfach geplaudert werden.

    In den verschiedenen Workshops am Nachmittag ging es um “Miteinander reden -- wie es Verständnis und Heilung bringt”, um die “Gezeiten im Leben einer Frau”, um ein “Gesundes Rückgrat”, “Geistige Eigenständigkeit”, “Bienenwachstücher”, “Kleidertausch” und Kleiderspenden an Bedürftige.

    Dieser gemeinsame Tag rief vielen in Erinnerung, wie einzigartig die Schwestern der Kirche sind: intelligent, voller Fragen, weil sie bewusst dazulernen wollen, demütig, bereit zu helfen, Opfer zu bringen, auch selbstkritisch zu sein, willig nach dem Evangelium zu leben und dem Propheten zu folgen.