Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

    Kein Zufall! Einfach dem Wort Gottes vertrauen

    Ein Bruder aus Österreich berichtet, wie er den Worten unserer lebenden Propheten folgt

    Die Zeit, die wir im Auto verbringen, können wir dazu nutzen, Ansprachen unserer Generalautoritäten anzuhören. Wiki Commons, Autor: Veronica538 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Truckdriver.jpg)
    Wer beruflich viel mit dem Auto unterwegs ist, hat die Möglichkeit, öfter Ansprachen der Generalkonferenz anzuhören.

    Seit meiner Kindheit mache ich die besten Erfahrungen damit, wenn ich den Eingebungen des Heiligen Geistes folge und die Worte und Erkenntnisse der Propheten sowie auch die Einflüsse beim Schriftenstudium im Lebensalltag anwende. In den letzten Jahren bin ich auf diese Weise in aller Demut mit einer Vielzahl von geistigen Erlebnissen gesegnet worden. Eigentlich waren es sehr persönliche Aufträge vom Himmlischen Vater, die ich erhalten durfte.

     

    Elder Rasband sprach auf der Herbst-Generalkonferenz 2017 über “Göttliche Vorsehung”. Ich kann seine Worte von ganzem Herzen bestätigen, ebenso sein Zitat von Elder Neal A. Maxwell: „Keiner von uns nutzt je gänzlich die vielen Gelegenheiten, die sich aus der Begegnung mit Menschen in unserem Bekanntenkreis bieten. Sie und ich mögen es ‚Zufall‘ nennen, wenn unsere Wege die eines anderen kreuzen. Es ist verständlich, dass Sterbliche dieses Wort verwenden, doch das Wort Zufall taugt nicht für eine angemessene Beschreibung des Wirkens eines allwissenden Gottes. Nichts, was er tut, ist ‚Zufall‘, sondern ‚göttliche Vorsehung’.“

     

    Der Herr hat uns den Auftrag gegeben, den Eingebungen des Heiligen Geistes zu folgen. Ich möchte auch anderen Mut machen, diesen Auftrag anzunehmen.

    Im Vorfeld kann das bedeuten, dass es einiges aus dem Weg zu räumen gibt, was uns persönlich daran hindert, den Heiligen Geist mit uns zu haben. Gerade wenn wir am Beginn eines neuen Tages darum bitten, Aufträge vom Herrn zu erhalten, spüren wir sehr bald, was den Geist trübt: Streit, Neid, zu viele materielle Wünsche, zu viel Ablenkung und vor allem, wenn es uns schwer fällt, aufrichtig zu vergeben, umzukehren. Wir müssen nicht um Erlaubnis fragen und können sofort damit beginnen, in unserem Leben etwas zu ändern.

     

    Elder Budge von den Siebzigern
    Elder L. Todd Budge bei seiner Ansprache über 'Beständiges und unverwüstliches Gottvertrauen' bei der Herbst-Generalkonferenz 2019

    Durch meinen Beruf bin ich viel im Auto unterwegs, so ergab es sich, dass ich mich schon längere Zeit über eine Sache und Personen sehr ärgerte. In dieser Situation hörte ich mir eine Ansprache über Vergebung an und entschloss mich sofort, zu vergeben. Ein paar Minuten später fuhr ich an dem Ort vorbei, wo ich als Jugendlicher zur Schule gegangen war. Plötzlich hatte ich das Gefühl: besuche deine ehemalige Lehrerin. Ich folgte meiner Eingebung und klingelte an ihrer Tür. Sie öffnete mir, wirkte aber sehr aufgelöst und meinte zuerst, es passe jetzt überhaupt nicht. Als wir so dastanden, meinte sie jedoch plötzlich: “Komm bitte herein!” Und so erzählte sie mir, dass Ihr Mann heute eine schwierige Operation habe und sie deshalb sehr unruhig sei. Sie erzählte mir von ihrer Ehe und vieles mehr. Dann war es für mich Zeit zu gehen und ich fragte sie, ob wir gemeinsam ein Gebet sprechen können. Sie lud mich ein, das Gebet zu sprechen, und dieser Aufforderung folgte ich gerne. Der Heilige Geist vermochte in diesem Moment meine Lehrerin und mich sehr zu berühren. Zur Verabschiedung meinte sie: “Ich glaube, Gott hat dich zur rechten Zeit geschickt.”

    Fast jeden Samstag stehen Zeitschriftenverkäufer oft stundenlang vor den Supermärkten. Eines Samstags erwarteten wir Besuch. Ich war mit der Essenszubereitung fast fertig, stellte dann aber fest, dass noch etwas fehlte, und so ging noch einmal zum Supermarkt. Es war gegen Mittag, und draußen war es naß und kalt. Der junge Afrikaner, mit dem ich schon öfters gesprochen hatte, stand immer noch dort. Ich sah, dass er ganz durchfroren war. Ich fragte ihn, ob er Hunger habe. Er zuckte die Schultern, aber es war unschwer zu erkennen, dass er wegen einigen wenigen Geldmünzen hier ausharrte und dass er sehr arm war, ja, “einer der geringsten meiner Brüder”. Der Geist sagte mir, dass ich ihn einladen sollte, mit zu uns nach Hause zu kommen. Meine Familie und auch die Gäste waren sehr überrascht, als ein weiterer Besucher bei uns eintrat und sich zu Tisch setzte. Da ich weiß, dass Afrikaner sehr fromm sind, lud ich den Zeitungsverkäufer ein, einen Speisesegen zu sprechen, und auch unsere Gäste sowie die Jugendlichen unserer Familie spürten bei diesem Gebet einen besonderen Geist.

    Ein anderes Mal wollte ich im Auto Musik spielen und bekam deutlich den Hinweis, ich solle lieber eine Generalkonferenz anhören, was ich auch tat. Darin wurde gesagt, dass Gott unserer Seele Frieden zuspricht und uns Hoffnung in Christus schenkt, auch in schwierigen, ungewissen Zeiten” (Elder Todd Budge). Als ich dann zuhause ankam, sah ich in der Dunkelheit eine Person bei unserem Haus vorbeilaufen und grüßte sie höflich. Der Mann drehte sich um und wir begannen ein Gespräch, in dem er mir von einem Arbeitsunfall erzählte, er sei aus drei Metern von einem Gerüst gefallen und müsse nun ein Stützkorsett tragen. Ich tröstete ihn mit den vorhin zitierten Worten, und da seine Muttersprache Rumänisch war, spielte ich ihm auf meinem Mobiltelefon den Anfang dieser Ansprache auf Rumänisch vor. Wir waren beide sehr berührt. Schließlich tauschten wir unsere Telefonnummern aus und ich schickte ihm gleich die gesamte Ansprache und eine von Präsident Nelson. Zwei Tage später traf ich ihn wieder und lernte seine Frau kennen, und wieder erinnerte ich mich an den geistigen Gedanken eines Bruders im Pfahlrat, dass wir uns nicht nur mit den Lippen, sondern mit dem Herzen zu Jesus Christus bekennen sollen. So umarmten wir uns herzlich und führten daraufhin ein kurzes besonderes Gespräch, ebenso mit seiner Frau und zwei weiteren Personen. Dabei konnte ich mein Zeugnis über den Wert der Familie und über die ewige Familie geben. Wir standen immer noch auf der Straße und ich hatte das Gefühl, wir sollten gemeinsam das Gespräch mit einem Gebet beenden. So durfte ich noch ein Gebet sprechen. Obwohl sich das alles auf der Straße abspielte, war dennoch der Heilige Geist mit uns.

    So sehen und erleben wir immer wieder deutlich, wie sehr der Himmlische Vater uns liebt und seine Macht zeigt, wenn wir nur etwas mehr Vertrauen zu seinem Wort haben.

    Foto Quelle: wikimedia.org/wiki/File:Truckdriver.jpg