Pflege für vergessene Gräber

    'Helping Hands' der Kirchengemeinde Wels verschönern den städtischen Sozialfriedhof 

    Der Sozialfriedhof war an diesem herbstlich-sonnigen Samstagvormittag mit fröhlich beschäftigten, großen und kleinen Menschen „bevölkert“. Intellectual Reserve
    Der Sozialfriedhof war an diesem sonnigen Herbsttag mit großen und kleinen fröhlich beschäftigten Menschen „bevölkert“.

    von Johann und Brigitte Schmidl, Öffentlichkeitsbeauftragte Wels

    Wels: Freiwillige Helfer werden auf der ganzen Welt im Gemeinwesen gebraucht. In Wels in Oberösterreich sind „Helping Hands“ der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage regelmäßig zur Stelle, wenn es gilt, in „ihrer Stadt“ für Obdachlose zu kochen, öffentliche Flächen zu renovieren, Spielplätze zu adaptieren oder einfach nur aufzuräumen.

    Dies taten die Mitglieder der Kirche auch am 12. Oktober 2019, als sie schon um 8 Uhr morgens in ihre gelben Westen schlüpften, um in vier Arbeitsgruppen den Welser Sozialfriedhof zu verschönern, der von Angehörigen so gut wie gar nicht gepflegt wird. Auch die Kinder der Primarvereinigung mit ihren Leiterinnen halfen mit.

    Die freiwilligen Arbeiter gingen mit viel Elan daran, die großen Erd-Schotter-Grabhügel einzuebnen, alle gröberen Steine einiger Grabfelder sowie Stein-Einfassungen und stark wuchernde Pflanzen abzubauen und beim bereitgestellten Bagger zu sammeln. Viele alte Holz-Einfassungen hieß es zu entfernen und auf einen Anhänger zu werfen. Große Sorgfalt galt schließlich der Pflege der Grabstätten; ausgebrannte Kerzen, vertrocknete Blumen oder unansehnliche Plastik-Gestecke, also unpassender Zierrat musste auf einen eigenen Anhänger gebracht werden. Zuletzt wurden einige Kubikmeter Erde vor Kreuzen und auf Schotterflächen gebreitet, um möglichst überall eine Wiese entstehen zu lassen, die in der Folge gemäht werden kann.

    Die Friedhofsverwalterin gab noch ergänzende Anweisungen für die fast 800 betroffenen Gräber. Sie brachte auch einen leckeren Kuchen, der so schnell verging wie der Tau vor der Herbstsonne. Unter den fleißigen Helfern herrschte eine fröhliche Stimmung