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Wenn Ehepaare Zeit zum Reden finden

Wenn Ehepaare Zeit zum Reden finden

Die Ehepaare der Gemeinde Graz planten schon seit langem einen Abend, an dem sie endlich einmal „Zeit zum Reden“ finden konnten. Am 4. April 2014 war es dann soweit, und die Geschwister Roman und Marlen Sander begrüßten im Kultursaal 14 Paare aus allen Altersgruppen. Der ganze Abend stand im Zeichen des Gesprächs – etwas, das der allgemeinen Ansicht nach im Kirchenleben oft viel zu kurz kommt. Denn wer von den jungen Ehepaaren der Kirche hat schon am Sonntag Zeit, um miteinander mehr als ein paar Worte zu wechseln? „Die Möglichkeit dazu bietet sich fast nur beim zufälligen Treffen im Bad oder am Gang, wobei man jedoch gleichzeitig vom eigenen Gewissen erinnert wird, doch die Klassen zu besuchen“, sagt Marlen Sander, junge Mutter von drei Kindern. Schlicht und einfach zu reden, sich auszutauschen – eigentlich das Einfachste von der Welt – erscheint oft als unmöglich. Doch die Grazer Gemeinde hat hier Abhilfe geschaffen und ihren Ehepaarabend seit kurzem zur fixen Einrichtung gemacht.
 


Dass Paare aus allen Altersschichten, sowohl frisch Verheiratete, Studentenpaare als auch Missionarsehepaare und sogar „goldene“ Hochzeitsjubilare, miteinander reden wollten, zeigte sich nicht nur an der Zahl der anwesenden Paare, sondern auch an deren Begeisterung. „Die wenigsten konnten vorher von sich behaupten, je an einem Speed-dating teilgenommen zu haben“, erinnert sich Roman Sander, von Beruf Psychologe. „Hier bot sich die Gelegenheit, diese Erfahrung zu machen; allerdings von Paar zu Paar. Es war laut. Und es war lustig.“

Einige der Fragen, die die Paare beantworten mussten, lauteten: Wenn man euch als Paar beschreiben würde: Was ist eine Eigenheit von euch? Was beschäftigt euch momentan in eurem Alltag? Gibt es noch einen großen unerfüllten Traum in eurem Leben? – Und auch die gern gestellte Frage fehlte nicht: „Wie habt ihr euch kennengelernt?“

An diesem Abend wurden die unglaublichsten, romantischsten und auch scheinbar „ganz normalen“ Heiratsanträge beschrieben, man erfuhr etwas über einige außergewöhnliche Hobbys wie gemeinsames Motorradfahren oder „Stubenhocken“, und versuchte sich im weiteren Verlauf des Abends möglichst daran zu erinnern, um weitere Gespräche darauf aufzubauen.

Es war offenbar auch eine Selbstverständlichkeit, dass jedes Paar etwas Spezielles zum Buffet beisteuerte. Und beim gemeinsamen Essen konnte das eine oder andere Thema noch wunderbar vertieft werden.