Wenn ein Einzelner einen Unterschied macht...

    Eine Schwester hilft Obdachlosen, besser durch den Winter zu kommen

    Die Übergabe der Strickspenden an Bürgermeister Klaus Luger fand im Café „Coffe Cream“ in Linz statt.
    Die Übergabe der Strickspenden an Bürgermeister Klaus Luger fand im Café „Coffe Cream“ in Linz statt.

    von Gerline Merl, Öffentlichkeitsbeauftragte der Gemeinde Linz

    Linz: In Anbetracht der vielen schrecklichen Dinge, die man täglich in den Medien hört, hat sich sicher schon jeder einmal gedacht: „Was kann ich da schon als Einzelner ausrichten?“

    Nicht so Schwester Irmgard Richter aus der Gemeinde Linz. Als sie vor zirka zwei Jahren an einem Obdachlosen vorbei ging, kam ihr folgender Gedanke. „Warme Socken und eine trockene Unterlage.“

    Sie fasste den Entschluss, von nun an für Obdachlose zu stricken. Kurzerhand schrieb sie Klaus Luger, dem Bürgermeister von Linz, und bat ihn um Wolle für ihr Vorhaben. Beeindruckt von so viel Engagement einer Pensionistin, startete er einen medialen Aufruf für „Wollspenden“. Tatsächlich kam einiges an Wolle zusammen, sodass Schwester Richter mehr als genug Material für ihre Strickinitiative erhielt. Gemeinsam mit ihren Freundinnen machte sie sich sogleich ans Werk. Das ganze Jahr über strickten die Frauen Socken, warme Pullover und andere nützliche Kleidungsstücke und überreichten ihre Arbeiten rechtzeitig vor Beginn der kalten Jahreszeit ihrem Stadtoberhaupt.

    Bürgermeister Luger freut sich zusammen mit Schwester Richter (links) und ihre Freundinnen über den Erfolg der Strickinitiative.
    Bürgermeister Luger freut sich zusammen mit Schwester Richter (links) und ihre Freundinnen über den Erfolg der Strickinitiative.

    Am 6. November 2019 fand zum zweiten Mal eine solche Übergabe statt. Es waren vier Bananenschachteln voll Socken, Westen und Decken zusammengekommen, die Bürgermeister Luger aus den Händen von Schwester Richter und ihrer Freundinnen entgegennahm.

    Die tatkräftigen Frauen sind natürlich weiterhin dankbar, wenn ihnen Wolle gespendet wird, sodass ihrem Liebeswerk buchstäblich nicht „der Faden ausgeht“.

    Die beispielhafte Initiative einer einzelnen Frau erinnert an die Aufforderung in Lehre und Bündnisse, Kapitel 58, Vers 27: „Wahrlich, ich sage: Die Menschen sollen sich voll Eifer einer guten Sache widmen und vieles aus ihrem eigenen, freien Willen tun und viel Rechtschaffenheit zustande bringen.“

    Schwester Irmgard Richter freut sich, helfen zu können.
    Schwester Irmgard Richter freut sich, helfen zu können.